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„Was wünscht du dir?“

 

Ich durfte am vergangenen Wochenende mit einer kleinen Gruppe „Jungkolpinger“ in Köln unterwegs sein. Die Gruppe bestand aus sieben Jugendlichen. Gemeinsam machten wir uns auf die Spur Adolph Kolpings, der vor gut 200 Jahren in Kerpen bei Köln geboren wurde. So besuchten wir neben seinem Geburtshaus und einem kleinen Kolpingmuseum, auch die Minoritenkirche in Köln, in der er lange Zeit als Priester gewirkt und schließlich auch beigesetzt wurde.

 

In dieser Minoritenkirche besuchten wir am Sonntag den Gottesdienst und die Predigt des diensthabenden Priesters hatte es in sich. Er fragte: „Was wünscht du dir?“ Und ich begann zu überlegen, was es denn sei, das ich mir wünsche.

 

Der Priester nahm den Faden wieder auf und erzählte uns die Geschichte eines schwer krebskranken Mädchens in den USA, das sich vor einigen Jahren nichts sehnlicher wünschte, als noch vor ihrem bevorstehenden Tod zu erfahren, wie es denn im Band Nr. 5 mit dem Zauberlehrling Harry Potter weiter ginge. Die Autorin der Harry Potter Geschichte hörte von diesem Mädchen und ihrem „Lebenswunsch“. Und so entschloss sie sich, dass Mädchen anzurufen und ihr die Geschichte des fünften Bandes am Telefon zu erzählen. Kurz darauf sei das Mädchen für immer eingeschlafen.

 

Der Priester verband die Geschichte um den letzten Wunsch dieses krebskranken Mädchens mit dem Evangelium des letzten Sonntags. In ihm hörten wir vom greisen Simeon, der sich nichts mehr wünschte, als das er noch zu Lebzeiten den verheißenen Messias sehen würde. Auch ihm wurde sein Wunsch erfüllt. Als Maria Jesus zum ersten Mal in den Tempel brachte, war auch Simeon dort, und die Beiden begegneten sich. Und Simeon spürte, dass dies die Begegnung war, auf die er so lange gewartet hatte. Sein Leben hatte seine Erfüllung gefunden.

 

So unterschiedlich können die Wünsche von Menschen sein. Und keiner von ihnen ist höher oder niedriger als der andere zu bewerten. Und der Priester fragte noch einmal! „Was wünscht du dir?“

Was ist es, das wirklich wichtig ist in meinem Leben. Ich hatte zu Beginn dieser Gedanken berichtet, dass wir als Gruppe in Köln waren, um mehr über Adolph Kolping zu erfahren. Adolph Kolping wuchs in ärmlichen Verhältnissen zu Beginn des 19.Jahrhunderts auf. Er lernte das mühsame Leben eines hart arbeiten Gesellen am eigenen Leib kennen, ging er doch bei einem Schuster in die Lehre. Dieser Adolph Kolping, der später in seinem Leben Priester wurde, war ein Mensch, dessen sehnlichster Wunsch war es, die Lebensumstände der umherziehenden Gesellen zu verbessern. Er suchte sich Mitstreiter und gründete den Kölner Gesellenverein. Diesem Beispiel folgend gründeten sich bis zu Kolpings Tod im Jahr 1865 deutschlandweit schon 418 dieser Vereine, und sie hatten bereits 24.000 Mitglieder. Diese Vereine gaben den Gesellen Halt und Orientierung in ihrem Leben bieten.

 

Der Lebenswunsch, der Lebenstraum Adolph Kolpings erfüllte sich. Die Gesellen schlossen sich zusammen. Sie standen einander bei, wie wir es aus dem System einer Familie kennen. Nicht umsonst sind aus dem Bemühen Kolpings heraus, die sogenannten Kolpingsfamilien entstanden.

 

Der Wunsch Adolph Kolpings war es, dass wir die Nöte der anderen Menschen sehen und lindern. Dass wir unser Gegenüber wahrnehmen und sein Wohlergehen mindestens als genauso wichtig erachten, als das eigene. Für dieses Bemühen, für sein Lebenswerk ist er im Jahr 1991 durch Papst Johannes Paul II selig gesprochen worden.

 

Ich freue mich, dass sich immer wieder junge Menschen von dieser einfachen, aber genialen Idee Adolph Kolpings begeistern lassen, sich einer Kolpingsfamilie anschließen, um sich aus ihr heraus für andere Menschen einzusetzen.

 

In diesen Menschen lebt der Wunsch, der Lebenstraum Adolph Kolpings immer wieder auf.

 

Ihnen eine gesegnete Woche! Katholische Pfarrgemeinde St. Michael Diakon Ralf Denkler