Kirchen

Kirche St. Michael

"Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land", so heißt es in einem bekannten Choral aus dem katholischen Gesangbuch Gotteslob. Mit diesem Zitat lässt sich das Foto oben treffend charakterisieren. In der Ferne sind der alte Turm und der Turm der neuen St. Michaelskirche zu sehen. [...] Wo [...] die Türme vom Ortsteil Obenende künden, erstreckten sich noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts weit ausgedehnte unbewohnbare Hochmoore. Der Droste Dietrich von Velen hatte im Jahre 1630 das Gut "Papenburg" und das dazugehörige "Morast" erworben und ließ sich 17. April 1631 damit belehnen, um daraus nach niederländischem Muster eine Fehnkolonie zu errichten. Das ganze Gebiet wurde mit einem System von Kanälen durchzogen, die die Hochmoore entwässerten und gleichzeitig die Möglichkeit boten, den aus dem Moor gewonnenen Torf in die umliegenden Städte und Gemeinden zum Verkauf zu verschiffen. Die abgetorften Gebiete dienten dann als Acker- und Weideland und boten so den angeworbenen Siedlern ein Auskommen. Allerdings waren die Lebensbedingungen dermaßen hart, dass der Spruch die Runde machte: "Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not und dem Dritten das Brot." Die Behausungen der historischen Von-Velen-Anlage am Obenende bieten reichlich Anschauungsmaterial über die Beschwernis und Armut der ersten Siedler. Für die Entwicklung der Kirchengemeinde am Obenende und dem dazugehörigen Kirchenbau sind dabei folgende Aspekte bedeutsam. Die relativ großen Plaatzen, so wurden die Grundstücke der Siedler genannt, bedingten eine gewisse Weitläufigkeit der Stadtentwicklung. "Eine hiesige Plaatzeist etwa 4 ha groß", so schreibt Dechant Schulte in seiner Chronik. Damit ergaben sich schon durch die rasche Besiedelung nach kurzer Zeitlange Wege zur nächsten Kirche. Dies war lange Zeit die Antoniuskirche am Untenende. Weil die Wege in den meisten Fällen zu Fuß bewältigtwerden mussten und wegen ihrer Beschaffenheit beschwerlich waren, bedeuteten sie insbesondere für Kinder und Ältere eine erhebliche Belastung. Allein der Weg von der später gebauten St. Michaelskirche zur St.Antoniuskirche erstreckt sich schon über 4 km. Der längste Kirchweg der St. Michaelsgemeinde beläuft sich heute noch auf 5,5 km, allerdings ist man heute mobiler. So kam am Obenende schon früh der Wunsch auf, eine eigene und besser erreichbare Kirche zu haben."

 

Auszug aus: 100 Jahre St. Michael Papenburg - Die Kirche damals und heute (2011), Wilfried Nee



Kirche St. Marien

St. Marien seit 1. Januar 2014 Teil der gemeinsamen Pfarrei St. Michael Papenburg. Mehr als drei Jahrzehnte haben die Planungen und Vorbereitungen für den Bau der St.-Marien-Kirche in Anspruch genommen. In einem vier Jahre zuvor eingerichteten Seelsorgebezirk erfolgt dann 1957 die Weihe der an der Birkenallee gelegenen Kirche. Knapp 60 Jahre später wird die Selbstständigkeit wieder aufgehoben.

Weitere Informationen zur Geschichte
  • Der Bau des neben St. Antonius und St. Michael als dritte katholische Kirche in der Emsstadt eingerichteten Gotteshauses wird hauptsächlich durch die Opferbereitschaft der Siedler am südöstlichen Stadtrand und späteren Einwohner dieses Stadtteiles ermöglicht. Die ersten Siedler lassen sich hier bereits Ende des 19. Jahrhunderts an der Grenze zur Gemeinde Börgermoor nieder, wo in jenen Tagen Hochmoor, Heide und Einöde das Landschaftsbild prägen und das harte Leben der Pioniere bestimmen. Um 1920 werden weitere Plaatzen an siedlungswillige Bürger abgetreten. Die neue städtische Gärtnerei in Höhe des Forsthauses stellt in diesem strukturschwachen Bereich Arbeitsplätze bereit und an der Stadtgrenze entwickelt sich allmählich ein Gemeindeleben. Der 1927 in das Vereinsregister eingetragene "Pfennigverein" will durch Spendengelder den Bau einer eigenen Kirche in diesem neuen Stadtteil anschieben. Im Jahr 1928 beginnt dieser Verein, ohne den der Bau der Kirche vermutlich nicht realisiert worden wäre, seine Sammeltätigkeit.Erste heilige Messe in der Turnhalle der Splittingschule Durch Magistratsbeschluss wird der Kirchengemeinde St. Michael Papenburg 1932 ein Grundstück am oberen Splitting überlassen. Am 17. April 1933 findet in der voll besetzten Turnhalle der Splittingschule die erste heilige Messe statt. Der Gottesdienst wird von Pfarrer Franz Brackel (St. Michael) zelebriert. Anschließend finden hier allwöchentlich heilige Messen statt. Ein langersehntes Harmonium, das den Gesang der Gläubigen unterstützt, kann erst 15 Jahre später, im Jahr 1948, angeschafft werden. Während des Zweiten Weltkrieges kommen die Aktivitäten zum Bau der Kirche zum Erliegen. Doch bereits zwei Jahre nach dem Krieg stellt das Bürgervorsteherkollegium der Militärregierung St. Michael eine Schenkungsurkunde für das Grundstück am Splitting rechts / Birkenallee aus. Im Jahr 1953 wird der Friedhof hinter der Splittingschule eingeweiht. Im gleichen Jahr findet hier die erste Beerdigung statt. Die Kirchengemeinde St. Michael erwirbt die auf dem Grundstück befindliche Halle der örtlichen Gemüse-Absatzgenossenschaft. Auf einem in der Nähe liegenden Flurstück errichtet sie eine neue Halle in gleicher Größenordnung und überlässt diese der Genossenschaft als Ersatz. In der alten Halle entstehen eine Marien-Kapelle und eine Wohnung für Pfarrer Carl Lahrmann. 1954 wird St. Marien zu einem selbstständigen Seelsorgebezirk ernannt und Bischof Wilhelm Berning verfügt den Bau der Kirche. Weihe erfolgt 30 Jahre nach Gründung des Pfennigvereins 1956 wird das Pfarrhaus erbaut und im gleichen Jahr der Grundstein für den Bau des Gotteshauses gelegt. Weihbischof Johannes von Rudloff nimmt am 1. Mai 1957 und damit 30 Jahre nach Gründung des für den Bau des Gotteshauses ins Leben gerufenen "Pfennigvereins" die Weihe der neuen Kirche vor. Im Jahr darauf findet erstmals eine Kirchenvorstandswahl statt. Zahlreiche Vereine, die direkt oder indirekt mit der Kirche zu tun haben, werden in den folgenden Jahren gegründet und die St.-Marien-Kirche bildet das geistliche und das kulturelle Zentrum einer rasch wachsenden Gemeinde. Bernhard Specker wird im Jahr 1960 neuer Pfarrer in St. Marien. Die Kirche erhält einen eigenen Kreuzweg aus handgeschnitzten Holzreliefs, die aus dem französischen Kreuzfahrtschiff Pasteur stammen. 1961 wird St. Marien eine eigene Pfarrei. Die Kirche erhält ein Glockengeläut und eine Orgel. 1966 kann das neue Jugendheim neben dem Pfarrhaus fertiggestellt werden. 1965 wird Heribert Meyer zu Brickwedde und sieben Jahre später Hermann Kremer Pfarrer der Gemeinde. In den 1970er Jahren erhält St. Marien eine Friedhofskapelle. Der Friedhof wird vergrößert und ein Parkplatz für Gottesdienstbesucher angelegt. 1981 feiert die ganze Gemeinde das silberne Kirchweihfest. Nach 29 Jahren übergibt Maria Boßmann 1984 ihr Amt als Küsterin an Maria Kaltwasser. Der Kindergarten an der Birkenallee, der sich in Trägerschaft der Kirchengemeinde befindet, eröffnet im Jahr 1987. Die Kirche wird renoviert und der Kindergarten in mehreren Bauabschnitten erweitert. Nach dem Tod des letzten eigenen Pfarrers der Gemeinde, Hermann Kremer, übernimmt Pastor Hans Sommer von St. Michael 1995 auch die Betreuung der Nachbargemeinde. Dessen Nachfolger, Ludger Pöttering, führt die Gemeinden ab 2001 zu einem Verbund zusammen. Nach dem 50-jährigen Jubiläum erfolgt die Zusammenführung Das Pfarrhaus wird zu einer weiteren zentralen Anlaufstelle der Gemeinde umgebaut. Es beherbergt nun das Pfarrbüro und Räume für die Gemeindearbeit. Im Jahr 2006 feiert die Bevölkerung das erste gemeinsame Pfarrfest des Gemeindeverbundes St. Marien und St. Michael. Das 50-jährige Jubiläum der St.-Marien-Kirche wird am 7. und 8. Juli 2007 gefeiert. Zu den Höhepunkten zählen ein Hochamt mit Domkapitular Heinrich Sillies und das anschließende Gemeindefest mit Musik, Theater und Kindermusical sowie Spielen und Aktionen. Zu diesem Jubiläum hat Hermann-Josef Tangen die Chronik "Hochmoor, Heide, Haus des Herrn - 50 Jahre St. Marien-Kirche zu Papenburg" verfasst. Das mehr als 500 Seiten umfassende Werk ist in dreijähriger Arbeit entstanden. Das Buch skizziert nicht nur den Werdegang der St.-Marien-Kirche, sondern zeigt auch die spannende Entwicklung der Gemeinde aus der Sichtweise der dort lebenden Gemeindemitglieder auf. Mit einem mehrheitlichen Votum entsprechen die Kirchenvorstände von St. Marien und St. Michael im November 2010 dem Ersuchen des Bischofs, mit Wirkung zum 1. Januar 2014 eine gemeinsame Pfarrei zu bilden. Dieses Ansinnen ist 2006 im Zuge des Perspektivplanes 2015, mit dem das Bistum Osnabrück dem Priestermangel begegnen will, auf den Weg gebracht worden. Mit dem Zusammengehen wird die bis dahin bestehende Gemeinschaft beider selbstständiger Pfarreien zum 31. Dezember 2013 aufgehoben. Zu der neuen kirchenrechtlichen Gemeinde St. Michael gehören nun die gleichnamige Pfarrkirche sowie St. Marien als Gemeindekirche. Hermann-Josef Tangen


Kolumbarium St. Marien

Die Kirche St. Marien Papenburg ist ein religiöser Bezugspunkt für die Menschen am Papenburger Obenende. Seit 1957 feiern sie hier gemeinsam den Gemeindegottesdienst und gedenken in ihm allen Lebenden und Verstorbenen unserer christlichen Gemeinschaft. Durch den Umbau der Kirche St. Marien zur Kolumbariumskirche kommt genau dieser Gedanke nun besonders zur Geltung: Die Verstorbenen sind nicht alleine im Gebet und in den Gedanken in der versammelten Gemeinde, sondern ihre Anwesenheit ist sichtbar. So sind sie und bleiben sie Teil des Alltags und somit Teil des Lebens, auch nach dem Tod. So wie die Urnenwände den Gottesdienstraum umgeben, so umgeben die Verstorbenen und die Erinnerung an sie die Gemeinde. In der Kolumbariumskirche St. Marien werden der Glaube und das Leben gefeiert - gemeinsam mit den Verstorbenen.

Ansprechpartner:

Hermann Kremer-Wegmann

Tel: 04961 6687713

[email protected]